Swiss Intelligencedefrit
Swiss Intelligence Unterstützung anfragen

WISSEN · BEGRIFFE

KI-Glossar: die wichtigsten Begriffe einfach erklärt

Wer über KI liest, stolpert über Abkürzungen und Schlagworte. Hier stehen die Begriffe, die in unseren Meldungen und Leitfäden am häufigsten vorkommen, jeweils in zwei, drei Sätzen erklärt.

Stand: 8. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben erledigen, für die man bisher menschliches Denken brauchte: Texte verstehen, Bilder erkennen, Entscheidungen vorbereiten. Heutige KI lernt diese Fähigkeiten aus grossen Datenmengen, statt dass jemand jede Regel programmiert.

KI-System

Der EU AI Act definiert ein KI-System als maschinengestütztes System, das mit unterschiedlichem Grad an Autonomie arbeitet und aus Eingaben ableitet, wie es Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erzeugt. Ein Chatbot auf einer Firmenwebsite ist ein KI-System, eine klassische Excel-Formel nicht.

Maschinelles Lernen

Maschinelles Lernen ist das Verfahren, mit dem die meisten KI-Systeme entstehen: Ein Programm erkennt Muster in Beispieldaten und wendet sie auf neue Fälle an. Ein Spamfilter, der aus markierten E-Mails lernt, ist ein einfaches Beispiel.

Sprachmodell (LLM)

Ein grosses Sprachmodell (Large Language Model, LLM) ist ein KI-Modell, das mit sehr vielen Texten trainiert wurde und daraus Sprache erzeugt. ChatGPT, Claude, Gemini, Mistral oder das Schweizer Modell Apertus beruhen auf solchen Modellen. Sie berechnen, welche Wörter am wahrscheinlichsten folgen, und wissen deshalb nicht von sich aus, ob eine Aussage stimmt.

Generative KI

Generative KI erzeugt neue Inhalte: Texte, Bilder, Videos, Musik oder Programmcode. Sprachmodelle und Bildgeneratoren gehören dazu. Für solche Inhalte gelten in der EU seit August 2026 Kennzeichnungspflichten, etwa für Deepfakes.

KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI)

So nennt der EU AI Act Modelle, die für viele verschiedene Aufgaben taugen, etwa die grossen Sprachmodelle. Ihre Anbieter haben seit August 2025 eigene Pflichten, zum Beispiel zur technischen Dokumentation und zu den Trainingsdaten.

Halluzination

Von Halluzination spricht man, wenn ein Sprachmodell etwas Falsches mit grosser Überzeugung behauptet, etwa ein erfundenes Urteil oder eine nicht existierende Quelle. Deshalb sollte ein Mensch KI-Ergebnisse prüfen, bevor sie an Kunden gehen.

Prompt

Der Prompt ist die Anweisung, die Sie einem KI-System geben. Je klarer Aufgabe, Kontext und gewünschtes Format beschrieben sind, desto brauchbarer wird das Ergebnis.

RAG (Retrieval-Augmented Generation)

Bei RAG sucht ein System zuerst passende Stellen in Ihren eigenen Dokumenten und gibt sie dem Sprachmodell als Grundlage mit. So kann ein Firmen-Chatbot Fragen zu internen Handbüchern beantworten und die Fundstelle angeben, ohne dass das Modell neu trainiert werden muss.

KI-Agent

Ein KI-Agent führt mehrere Schritte selbstständig aus: Er plant, ruft Werkzeuge auf, liest Ergebnisse und entscheidet über den nächsten Schritt, zum Beispiel eine Reise suchen und buchen. Je mehr ein Agent selbst darf, desto wichtiger sind Grenzen und Kontrollen.

Offenes Modell (Open Weights)

Bei einem offenen Modell sind die trainierten Gewichte frei verfügbar, sodass man es auf eigenen Servern betreiben kann. Das Schweizer Modell Apertus geht weiter und legt auch Trainingsdaten und Code offen. Für vertrauliche Daten ist das ein Vorteil, weil sie das eigene Haus nicht verlassen müssen.

AGI (Artificial General Intelligence)

AGI bezeichnet eine künstliche Intelligenz, die nicht nur einzelne Aufgaben beherrscht, sondern geistige Arbeit allgemein auf menschlichem Niveau erledigt. Ob und wann es AGI geben wird, ist unter Fachleuten umstritten; es gibt auch keine allgemein anerkannte Definition, ab wann ein System als AGI gilt.

Superintelligenz

Eine Superintelligenz wäre eine KI, die Menschen in praktisch allen geistigen Bereichen deutlich übertrifft. Der Begriff wurde durch das Buch «Superintelligence» des Philosophen Nick Bostrom (2014) bekannt. Heute existiert keine Superintelligenz; diskutiert wird vor allem, wie man solche Systeme sicher und kontrollierbar machen könnte, falls sie entstehen.

KI-Sicherheit (AI Safety)

KI-Sicherheit umfasst zwei Dinge: Schutz der KI-Systeme vor Angriffen, etwa durch manipulierte Eingaben (Prompt Injection), und die Frage, wie man sicherstellt, dass KI das tut, was Menschen beabsichtigen. Der zweite Bereich heisst auch Alignment.

Prompt Injection

Bei einer Prompt Injection versteckt ein Angreifer Anweisungen in Texten, Webseiten oder E-Mails, die ein KI-System verarbeitet. Das System folgt dann den fremden Anweisungen statt den eigenen. Wer KI-Agenten mit Zugriff auf E-Mails oder Dateien einsetzt, muss sich dagegen absichern.

Deepfake

Ein Deepfake ist ein mit KI erzeugtes oder verändertes Bild, Video oder Tondokument, das echt wirkt. In der EU müssen Deepfakes offengelegt werden; der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte verlangt, dass Deepfakes von erkennbaren Personen immer als solche erkennbar sind.

Hochrisiko-KI

Hochrisiko-KI ist eine Kategorie des EU AI Act für Anwendungen mit grossem Einfluss auf Menschen, etwa bei Personalentscheiden, Kreditwürdigkeit, Bildung oder kritischer Infrastruktur. Für sie gelten strenge Pflichten, für Systeme nach Anhang III ab dem 2. Dezember 2027. Mehr im Leitfaden EU AI Act.

KI-Kompetenz

Der EU AI Act verlangt seit Februar 2025, dass Firmen, die KI anbieten oder einsetzen, Massnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals treffen. Gemeint ist, dass Mitarbeitende Chancen und Risiken der eingesetzten Werkzeuge kennen. Ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben.

KI-Managementsystem

Ein KI-Managementsystem regelt in einer Organisation Verantwortung, Risikobeurteilung und Kontrolle von KI-Anwendungen. Die Norm dafür ist ISO/IEC 42001, nach der man sich zertifizieren lassen kann. Mehr unter ISO/IEC 42001.

Quellen

Diese Seite gibt einen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Gesetze und Fristen ändern sich; verbindlich sind die verlinkten amtlichen Texte.

NEWSLETTER

Die KI-Woche jeden Montag als E-Mail

Bis zu acht Meldungen aus der Schweiz, den Nachbarländern und China, jede mit Link zum Original. Kein Tracking, Abmeldung mit einem Klick.

Newsletter abonnieren