Das Wichtigste
Der AI Business Specialist mit eidgenössischem Fachausweis ist eine Berufsprüfung auf Stufe 6 des nationalen Qualifikationsrahmens, also auf Bachelor-Niveau. Getragen wird sie von ICT-Berufsbildung Schweiz. Die Vorbereitung dauert berufsbegleitend meist zwei bis drei Semester, die Prüfung kostet CHF 3'000, und der Bund zahlt nach der Prüfung die Hälfte der Kurskosten zurück.
Was macht ein AI Business Specialist?
Die Rolle sitzt zwischen Technik und Geschäft. Ein AI Business Specialist sucht im eigenen Betrieb die Aufgaben, bei denen KI wirklich hilft, rechnet aus, ob sich ein Projekt lohnt, und führt es von der ersten Idee bis zum Alltag. Dazu gehören Regeln für den KI-Einsatz, die Zusammenarbeit mit Entwicklern oder Lieferanten und die Begleitung des Teams, das mit dem neuen Werkzeug arbeiten soll.
Programmieren ist nicht der Kern. Wer den Abschluss hat, muss aber verstehen, was ein Sprachmodell kann und was nicht, wie man einen Prototyp prüft und wo Datenschutz und Sicherheit Grenzen setzen. ICT-Berufsbildung nennt als typische Stellen unter anderem AI Project Manager, AI Strategy Consultant, AI Governance Specialist und AI Integration Manager.
Für ein KMU ist das die Person, die unseren KI-Aktionsplan umsetzen würde.
Wer wird zur Prüfung zugelassen?
Es gibt zwei Wege:
- Mit ICT-Hintergrund: ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis in der Informatik oder eine gleichwertige ICT-Qualifikation und mindestens zwei Jahre einschlägige Berufspraxis.
- Aus einem anderen Beruf: ein anderes Fähigkeitszeugnis, eine Matura oder etwas Gleichwertiges und mindestens vier Jahre Berufspraxis. Zwei dieser Jahre müssen Sie in der Entwicklung oder Leitung von Projekten, Produkten oder Prozessen gearbeitet haben.
Der zweite Weg ist für Quereinsteiger gedacht, zum Beispiel aus dem kaufmännischen Bereich, der Logistik oder dem Gesundheitswesen. Ob Sie zugelassen werden, entscheidet die Prüfungskommission. ICT-Berufsbildung bietet dafür eine verbindliche Vorabklärung online an. Machen Sie sie, bevor Sie einen Kurs buchen.
Der Vorbereitungskurs selbst ist keine Pflicht. In der Praxis besuchen ihn aber fast alle, und nur mit Kurs bekommen Sie den Bundesbeitrag.
Wie läuft die Prüfung ab?
Die Berufsprüfung hat drei Teile:
- Präsentation und Fachgespräch: Sie zeigen, wie Sie eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für KI finden und begründen.
- Fallstudien: praktische Aufgaben rund um die Einführung einer KI-Lösung, etwa einen Prototyp prüfen, einen Lösungsentwurf korrigieren oder einen Fall mit einem KI-Agenten bearbeiten.
- Critical Incidents: ein mündliches Gespräch über schwierige Situationen aus dem Projektalltag und wie Sie darauf reagieren.
Die erste Prüfung findet vom 30. Oktober bis 13. November 2026 statt. Die Gebühr beträgt CHF 3'000 inklusive Nebenkosten. Wer besteht, darf ab dem 1. Oktober 2026 zusätzlich den Titel «Professional Bachelor» führen, geschrieben als «AI Business Specialist mit eidgenössischem Fachausweis, Professional Bachelor».
Was kostet der Lehrgang?
Die Preise der Vorbereitungskurse liegen weit auseinander. Ein paar Beispiele aus den Kursverzeichnissen, Stand Oktober 2026:
| Anbieter | Dauer | Form | Kurskosten |
|---|---|---|---|
| TEKO (Basel, Bern, Luzern, Olten, Zürich) | 2 Semester | Abend, Tag oder hybrid | CHF 3'900 pro Semester |
| WISS (St. Gallen, Präsenztage in Zürich) | 13 Monate | Online und Präsenz | CHF 14'500 |
| Juventus Schulen (Zürich) | 2 oder 3 Semester | berufsbegleitend | CHF 14'500 |
| ibW Höhere Fachschule Südostschweiz | 3 Semester | Blended Learning | CHF 15'000 |
| FFD Romandie (Lausanne) | 1 Jahr | auf Französisch | beim Anbieter |
Prüfungsgebühr, Lehrmittel und Laptop kommen meist dazu. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Preis, sondern auch, ob die Prüfungsvorbereitung inbegriffen ist und wie viele Präsenztage Sie einplanen müssen. Insgesamt führt ICT-Berufsbildung über 40 Schulen, die auf die Prüfung vorbereiten, darunter IBAW, IPSO, KV Business School Zürich, KBZ Zug, HSO und SIW.
Tipp: Bei der TEKO kostet der Lehrgang mit zwei Semestern zusammen rund CHF 7'800 und kann in bis zu fünf Raten ohne Aufpreis bezahlt werden. Ein achtwöchiger Prüfungsvorbereitungskurs ist für CHF 1'200 separat buchbar. Mit dem Bundesbeitrag bleibt so ungefähr die Hälfte bei Ihnen.
So zahlt der Bund die Hälfte zurück
Wer einen Kurs besucht, der auf eine eidgenössische Prüfung vorbereitet, bekommt vom Bund 50 % der anrechenbaren Kurskosten zurück, bei Berufsprüfungen höchstens CHF 9'500. Das gilt seit 2018 in der ganzen Schweiz. Die wichtigsten Bedingungen:
- Der Kurs steht auf der Meldeliste des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Fragen Sie die Schule danach.
- Sie legen die Prüfung ab. Ob Sie bestehen, spielt keine Rolle.
- Die Rechnung lautet auf Ihren Namen, und Sie haben sie selbst bezahlt. Zahlt der Arbeitgeber direkt an die Schule, fällt dieser Teil weg.
- Sie haben Ihren Steuerwohnsitz in der Schweiz, wenn Ihnen das Prüfungsergebnis eröffnet wird. Grenzgänger sind ausgeschlossen.
- Sie stellen den Antrag online innerhalb von zwei Jahren nach dem Prüfungsentscheid.
Wer die Kurskosten nicht vorstrecken kann, darf in Ausnahmefällen eine Teilzahlung schon vor der Prüfung beantragen. Die Hürden sind hoch, Details stehen in den Fragen und Antworten des SBFI. Viele Arbeitgeber beteiligen sich zusätzlich, meist gegen eine Verpflichtung, einige Zeit im Betrieb zu bleiben. Regeln Sie das schriftlich, damit der Bundesbeitrag nicht verloren geht.
Für wen lohnt sich der Abschluss?
Er passt, wenn Sie in Ihrer Firma schon heute die Person sind, die bei KI gefragt wird, und das mit einem anerkannten Abschluss untermauern wollen. Für KMU ist er interessant, weil er praxisnah ist und berufsbegleitend läuft. Nach Abzug des Bundesbeitrags kostet er inklusive Prüfung je nach Schule rund CHF 6'900 bis 10'500, also etwa gleich viel wie ein CAS an einer Hochschule, bei der TEKO deutlich weniger. Wer tiefer in Datenwissenschaft oder Programmierung einsteigen will, ist mit einem technischen CAS oder einem Studium besser bedient. Einen Überblick über alle Wege finden Sie unter KI-Weiterbildung in der Schweiz.
Häufige Fragen
Was verdient ein AI Business Specialist?
Belastbare Lohnzahlen gibt es noch nicht, die ersten Absolventinnen und Absolventen schliessen Ende 2026 ab. Als Anhaltspunkt dienen Löhne für Projektleitung und Business-Analyse in der Informatik. Wer den Lohn nach dem Abschluss verhandelt, sollte die konkrete Verantwortung für KI-Projekte in den Vordergrund stellen.
Kann ich den Lehrgang online absolvieren?
Ja, mehrere Schulen bieten ihn ganz oder grösstenteils online an, darunter WKS KV Bildung und die hybride Variante der TEKO in Olten.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Sie sollten aber verstehen, wie KI-Lösungen gebaut und geprüft werden. Der Lehrgang enthält zwar ein Modul, in dem Sie selbst KI-basierte Lösungen entwickeln, der Schwerpunkt liegt aber auf Projekt, Wirtschaftlichkeit und Einführung.
Gibt es Förderung für die Weiterbildung?
Ja. Der Bund zahlt nach der Prüfung 50 % der anrechenbaren Kurskosten zurück, höchstens CHF 9'500, unabhängig davon, ob Sie bestehen. Voraussetzung ist ein Kurs auf der Meldeliste des SBFI und eine Rechnung auf Ihren Namen.
Ist der Fachausweis dasselbe wie ein CAS?
Nein. Der Fachausweis ist ein eidgenössischer Abschluss der höheren Berufsbildung mit staatlicher Prüfung. Ein CAS ist ein Weiterbildungszertifikat einer Hochschule. Für einen CAS gibt es keinen Bundesbeitrag, dafür ist er meist kürzer.
Quellen
Diese Seite gibt einen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Gesetze und Fristen ändern sich; verbindlich sind die verlinkten amtlichen Texte.